Hallo,
Warum gehen Normalsterbliche dahin, wo man offensichtlich Gefahr läuft, ganz fürchterlich eins übergebraten zu bekommen? Und warum funktioniert die Fan-Solidarität, die eigentlich sowas im Keim ersticken sollte nicht?
cu,
Satyr
Hm, ich geh jetzt seit fast 30 Jahren zum Fußball, habe seit über 20 Jahren Dauerkarte daheim und bin bis zu 14 x im Jahr auch auswärts dabei - und mir ist NOCH NIE, weder zuhause in Nürnberg, noch auswärts, auch nur ansatzweise irgendwas passiert... Das heißt nicht, daß mir nie was passieren wird oder einem "Normalofan" nix passieren kann, aber es zeigt doch, daß man sich nicht in Lebensgefahr begibt, wenn man zum Fußball geht. Da wird viel mehr hochgekocht, als es tatsächlich hergibt. Da bauscht die Presse auch gerne auf, weils halt was hermacht, böser Fußballfan und so.
Gut, es mag im Osten teilweise wesentlich schlimmer sein, oder wenn Mannschaften, deren Fans sich seit Ewigkeiten hassen (Schalke/Dortmund, Rostock/Pauli...), aufeinandertreffen, aber im Normalfall passiert in der Profiliga den wenigsten Menschen was.
Es kommt vielleicht auch darauf an, wie man sich gibt (ob man z. B. auswärts die "dicke Hose" macht und rumpöbelt), wie man sich anzieht (hört sich vielleicht blöd an, aber ein komplett in schwarz gekleideter Mensch, der finster dreinblickt oder womöglich ne Sonnenbrille aufhat, macht mir immer ein bisschen Sorgen), in welchen Gruppen man zum Stadion läuft... aber wenn man mal ne Zeitlang beim Fußball dabei ist, kriegt man das raus, zu welcher Sorte "Fan" man sich zugehörig fühlt, und dann meidet man halt Gruppen, die ne andere Vorstellung von Fußball und dem Drumherum haben. Deswegen funktioniert vielleicht auch die "Fan-Solidarität" nicht, weil die Gruppen oft unter sich bleiben, und das, was sie eventuell provozieren, auch ganz gerne haben. Da muss man sich als "Normalo" dann nicht einmischen.
Kurz: Wenn man sich anständig aufführt und eventuelle Gefahrensituationen meidet, kann man ganz schön lange zum Fußball gehen, und es passiert einem wirklich nix. Wenn man natürlich meint, ACAB-Shirts anziehen zu müssen und jedesmal, wenn man einen Polizisten sieht "Alle Bullen sind Schweine" singen zu müssen - daß es dann mal zu Ärger mit der Staatsmacht kommt, wundert ja wohl keinen. Freilich, die meisten Polizisten, die in oder vor Stadien Dienst schieben müssen, machen den Job NICHT gerne und man sieht es ihnen auch an - aber wenn man hingeht, ne Frage hat und die höflich stellt, kriegt man auch ne ebenso höfliche Antwort.
Wie gesagt, KEINER ist davor gefeit, mal in irgendeinen Ärger reinzugeraten, aber im allgemeinen, und wenn man sich normal aufführt, passiert in 99 von 100 Fällen nichts.